Auch zur Alten Post (Berliner Straße) äußerten sich viele Bürgerinnen und Bürger. Im Mittelpunkt standen Ideen zur baulichen Entwicklung und zur Aufwertung des Umfelds durch mehr Grün, Freizeitqualität und bessere Mobilität.
Wohnen und Nutzungskonzepte
- Gefordert wurde vor allem eine nachhaltige Wohnbebauung mit Grünflächen, Spielplätzen, Begegnungsorten und bezahlbaren Wohnungen.
- Ergänzend wurden gemischte Quartiere vorgeschlagen, mit Büros, Co-Working-Spaces, WGs für Studierende, betreutem Wohnen und kleinen Gewerbeflächen.
- Manche Ideen gingen noch weiter: Sie sahen die Chance, Oberursel als Wissenschafts- und Ausbildungsstandort in Kooperation mit Hochschulen der Region zu positionieren.
Grün- und Freiräume
- Besonders häufig betont wurde die Begrünung: kleine Waldflächen, Retentionsflächen, Fassaden- und Dachbegrünung, Parklets oder Sportflächen.
- Grün soll sowohl der Klimaanpassung (Abkühlung, Wasseraufnahme, Schatten) als auch der Aufenthaltsqualität dienen.
- Oft vorgeschlagen wurden Flächen für Jugendliche und Sport – etwa Skatepark, Bolzplatz, Fitnessgeräte oder Freiluftschach.
Verkehr und Sicherheit
- Kritik gab es am Bahnübergang und an gefährlichen Kreuzungen.
- Gewünscht wurde eine Fußgängerquerung von der U-Bahn-Haltestelle zur Altstadt an der Hohemarkstraße.
- Bemängelt wurde die fehlende Beschilderung in Richtung Altstadt, insbesondere für Touristinnen und Touristen.
- Vorgeschlagen wurden bessere Radwege, breitere Schutzstreifen und Verkehrsberuhigung durch Umbauten.
- Zukunftsideen umfassten Sharing-Angebote für E-Bikes und Autos, Carports mit PV-Anlagen und Ladesäulen.
Zollamt als Schlüsselthema
Besonders viele Rückmeldungen bezogen sich auf das Gelände des Zollamts:
- Das Zollamt solle an einen anderen Standort verlagert werden, um das Areal ganzheitlich entwickeln zu können.
- Der nächtliche Lieferverkehr des Zollamts verursacht erhebliche Lärmbelästigungen für die Anwohnenden.
- Mehrfach wurden leerstehende Gewerbeimmobilien als mögliche Alternative genannt.
- Einigkeit bestand darin: Ohne eine Lösung, insbesondere für den Lieferverkehr zum Zollamt, kann das volle Potenzial des Areals nicht genutzt werden. (Ein seit Jahrzehnten unbefristeter Mietvertrag schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten der Stadt Oberursel deutlich ein.)
Stadtbild und Identität
- Heute wird die Alte Post (Berliner Straße) oft als unattraktiver Ort beschrieben: grau, laut und von Lkws dominiert.
- Gefordert wurde eine Transformation zu einem grünen, lebendigen Quartier, das Familien mit Kindern, Jugendlichen sowie Seniorinnen und Senioren Aufenthaltsqualität bietet.
- Manche sahen hier auch eine Chance fürs Stadtmarketing – etwa als junges, innovatives, wissenschaftsnahes Quartier.
Zitate
„Nachhaltige Bebauung, ggf. mit sinnvollen Gewerbeeinheiten, die für alle Mieter*innen erschwinglich sind. Erholungs- und Grünflächen sind dabei eine absolute Notwendigkeit“
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„Wohn-, Büro- oder Co-Working-Spaces in Oberursel könnten gezielt für Studierende und Forschende vermarktet werden – vor allem preislich attraktiver als Riedberg-Angebote.“
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„Die Kreuzung im spitzen Winkel stellt noch immer eine erhöhte Unfallgefahr für den Radverkehr dar. Autofahrer:innen ignorieren oft das Überholverbot.“
Fazit
Bei der Entwicklung des Areals rund um die Alte Post (Berliner Straße) gab es viele Übereinstimmungen: Das Gelände braucht dringend neues Leben. Gewünscht wurden vor allem Wohnungen, Grünflächen, Kultur- und Dienstleistungsräume sowie eine gute Verkehrsanbindung. Viele Beiträge betonten, dass hier ein urbanes Quartier mit lebendiger Mischung entstehen sollte, das eng an die Innenstadt angebunden ist.